Hoffnung hinter Gitterstäben im Iran

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Der grossar­tige geistliche Auf­bruch im Iran hat eine Ver­fol­gungswelle aus­gelöst. An Wei­h­nachten 2010 sind eine Anzahl christlicher Leiter ver­haftet wor­den, mit denen AVC in Verbindung steht.

Wei­h­nachtsmor­gen 26. Dezem­ber 2010 zwis­chen 04.00 und 05.00 Uhr. Die Geheim­polizei der iranis­chen Staatssicher­heit schlägt zu und stürmt in ver­schiede­nen Städten Irans die Häuser von Christen.

Wie Krim­inelle sind sie in Gefäng­nisse geschleppt, stun­den­lang, tage­lang und unter­dessen viele Wochen lang ver­hört wor­den. Die meis­ten sind inzwis­chen wieder auf freiem Fuss. Zu viele  sitzen jedoch noch immer — isoliert von ihrer Umwelt — in ihren Zellen.

Im berüchtigten Evin Gefäng­nis in Teheran wer­den Chris­ten häu­fig im Block 209 in Einzel­haft gehal­ten. Laut Berichten von ehe­ma­li­gen Insassen wer­den diese dort mas­siver psy­chis­cher und physis­cher Gewalt aus­ge­setzt: Schlafentzug, stun­den­lange Ver­höre durch Teams, die sich in Schichten ablösen. Die Absicht ist, ihre Opfer zu  zermürben.

Nicht sel­ten wird gedroht, dass den Kindern und nahen Ange­höri­gen etwas zus­tossen werde: »Wir haben Deine Frau ent­führt. Gibst du die gewün­schten Infor­ma­tio­nen nicht preis, wer­den wir sie verge­walti­gen … «. Es liegt auf der Hand, dass die Gefan­genen auf­grund solcher und anderer, dur­chaus ern­stzunehmenden Dro­hun­gen unter einen unvorstell­baren psy­chis­chen Druck ger­aten.
Vor 1 ½ Jahren traf ich einen Ex-Gefangenen, den Pas­tor einer Unter­grund­kirche, der erst zwei Wochen zuvor aus einem iranis­chen Gefäng­nis ent­lassen wor­den war. M. schilderte sein Lei­den in Einzel­haft. Täglich wurde er von mask­ierten Scher­gen mit  Kopf­strumpf und Hand­schuhen zum Ver­hör abge­führt. Beson­ders qualvoll war für M. die Ungewis­sheit auf dem Weg  von der Zelle zum Ver­hör– und Folter­raum: »Nicht zu wis­sen, was näch­stens mit mir geschehen wird, hat mich beinahe um den Ver­stand gebracht.«

Unsere Gebete helfen. Das ist mir beson­ders bewusst gewor­den, als M. schilderte, was in ihm in dieser Zeit vorge­gan­gen ist: »Ich habe zu Gott geschrien … ich zer­breche … ich bin nicht genug stark … ich habe Angst … seit Tagen kann ich nicht mehr richtig schlafen … ich kann nicht mehr … bitte Jesus komm und hilf mir!« Was der Pas­tor anschliessend erwäh­nte, ist für mich noch heute kaum fass­bar: »Nach meinem hil­flosen Geschrei ist meine Zelle von einem starken grellen Licht erfüllt wor­den — und Jesus ist vor mir ges­tanden. Du musst ver­ste­hen, meine Augen sind offen gewe­sen; ich habe nicht geträumt! Plöt­zlich ist Jesus dage­s­tanden; sicht­bar, real und dies wieder­holt während den fol­gen­den Tagen. Was als die schlimm­ste Zeit meines Lebens begonnen hatte, ist zur besten Zeit gewor­den.« »Und noch etwas, mein Fre­und: Ich habe gespürt, wie Chris­ten weltweit für mich beten. In den beson­ders von Angst, Panik und Depres­sion erfüll­ten Momenten habe ich gespürt, wie mich einzelne Gebete jew­eils für ein paar Minuten aus der dun­klen Grube her­aus­geris­sen haben. Diese Gebete sind für mich so real gewor­den, dass ich sogar gewusst habe, in welchem Land und was ger­ade für mich gebetet wor­den ist.«

Jetzt wis­sen wir, was wir zu tun haben. Tun wir es. A.R.

Sacha Ernst, Pro­jek­tleiter AVC-Schweiz,  www.avc-ch.org, schreibt regelmäs­sig für den city church blog zum Thema „ver­fol­gte Christen“)

1 Kommentar

  1. Firouzeh

    Di 12th Sep 2017 at 23:58

    Hallo Bruder.ich bin Chris­ten aus dem Iran. Ich kenne gut wie schlimm ist da Ver­fol­gung, ger­ade zwei Frauen Chris­ten sind in schreck­liche Sit­u­a­tion wegen ihre Glauben an Jesus Chris­tus. Bitte bete für ihnen. Das die kön­nen über­leben und kraft und Gnade Gottes erfahren.
    Vie­len her­zlichen Dank.
    Gottes Segen

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