Ein Schatz wartet auf dich!

Anette_Schütz

Hast Du Dir auch schon mal über­legt, dass Jesus ausser zum Gebet nie alleine war? Hätte ich vor 2–3 Jahren tiefer darüber nachgedacht,

wäre meine Reak­tion sicher gewe­sen: „Oh der Arme, wie hat er das nur geschafft, ständig die vie­len Leute um sich und die meis­ten woll­ten noch was von ihm.“ Selbst nach einem tur­bu­len­ten Tag waren die Jünger  immer noch da, hat er mit ihnen gegessen, gefeiert, sein Herz geteilt… Früher dachte ich immer naja, das war halt die dama­lige jüdis­che Kul­tur, heute ist es halt ganz anders.
Doch in den let­zten 1–2 Jahren wurde mir immer mehr bewusst, dass uns Jesus hier nicht eine ver­al­tete Tra­di­tion vor­lebt, son­dern eine lebens­brin­gende Reich-Gottes-Kultur. Wir sind geschaf­fen zur Gemein­schaft. Gott selbst ist ja in sich schon durch die Dreieinigkeit Gemeinschaft.

Wir sind auch nicht für uns geschaf­fen, son­dern für die Gemein­schaft. Gott ist Liebe und ohne Gegenüber macht die gar keinen Sinn. Kann es also sein, dass es für uns, die wir in einer sehr indi­vid­u­al­is­tis­chen Kul­tur leben, noch einen grossen Schatz zu ent­decken gibt — den Schatz der Gemeinschaft?

Schon zum drit­ten Mal wer­den wir in meiner Com­mu­nity während der com­mu­nity week jeden Abend zusam­men Znacht essen. Jeder öffnet ein­mal sein Haus für die andern. Stress pur? Nein, über­haupt nicht. Mein Ein­druck ist, dass wir uns jedes Mal mehr darauf freuen. Was ist anders, als noch vor ein paar Jahren? Wir haben nicht mehr „Gäste“ son­dern Fre­unde, die vor­beikom­men. Das heisst kein aufwändi­ges 5 Gänge Menu, keine auf Hochglanz polierte Woh­nung und 3 Tage Pla­nung… son­dern es gibt was es hat oder was man ganz unkom­pliziert machen kann. Kein Pro­gramm, son­dern nor­maler Alltag.

Das Rezept ist ein­fach und doch hat mir das ganze bis zur meiner Taufe und Freiset­zung nicht so richtig gemu­ndet. Doch jetzt habe ich gel­ernt meine Maske abzule­gen. Ich brauche keine Schutz­mauer, kein Ver­stecken mehr, son­dern darf im Licht leben und bin angenom­men von Gott und meinen Geschwistern.

So kann ich kom­men und mich erst mal ohne zu Reden auf dem Sofa aus­ruhen, kann mich ein­fach bedi­enen, wenn ich Durst habe, kann Freude und Leid mit den andern teilen. Das ist sehr befreiend und zum Teil auch heil­sam. Ich habe aber auch erlebt, dass es mehr gibt als Gemein­schaft, die der Seele gut tut. Gemein­schaft im Geist — das sieht dann zum Beispiel so aus, dass jemand während des Essens von einer schwieri­gen Sit­u­a­tion berichtet und wir fan­gen zwis­chen zwei Bis­sen ein­fach an zu beten und zu proklamieren.
Jemand lässt ein­fach mal seinen Frust und seine Ent­täuschung raus und wird dann nicht nur getröstet und findet Ver­ständ­nis, son­dern ihm wird gle­ichzeitig liebevoll aber bes­timmt der Spiegel vorge­hal­ten. Wir fra­gen uns: „Was sagt eigentlich Gott/sein Wort dazu?“ Gott über­führt durch die Geschwis­ter und zeigt Lösun­gen auf. Manch­mal gibt er so den Ball ein­fach an die Per­son zurück. Häu­fig fordert er  uns als Gemein­schaft aber auch auf, ganz prak­tisch oder finanziell zu helfen oder im Gebet füreinan­der einzuste­hen. Hilfe wird freige­setzt, weil Gott auf unsere Herzen zugreifen kann.

Auch wenn wir uns über einen län­geren Zeitraum nicht gese­hen haben kön­nen Gespräche ganz schnell in die Tiefe gehen. Wir haben einen Gebets-Chat ges­tartet in dem wir uns bei „Not­fällen“ oder auch über einen län­geren Zeitraum im Gebet unter­stützen kön­nen. Es ist so ein­fach und löst in mir so viel Freude aus. Ich glaube, wir sind dabei einen grossen Schatz zu heben, der je mehr man gräbt immer kost­barer wird.

Die com­mu­nity week ist eine super Möglichkeit den ersten Spaten­stich zu machen oder weiter und tiefer zu graben. Lasst uns den Schatz heben er wird uns unendlich reich machen.

Her­zlich Anette

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