Prägen und geprägt werden!

Anette_Schütz

“Lasst euch nicht irreführen: Schlechter Umgang verdirbt gute Sit­ten!“ 1. Kor 15,33

Nach meinem Abitur habe ich ein Jahr in den USA als Au-Pair Mäd­chen ver­bracht. Für mich war es das erste Mal, dass ich län­gere Zeit von meinem rel­a­tiv behüteten und liebevollen Zuhause weg war. In den ersten Wochen dort habe ich durch meine Vorgän­gerin andere Au-Pairs und deren Fre­unde ken­nen gel­ernt. Ich war froh gle­ich Kon­takte zu haben, alles war so neu und span­nend.
Lei­der waren diese ersten Fre­unde nicht die besten. Die meis­ten haben ger­aucht und getrunken und schon am ersten Abend wurde mir Mar­i­huana angeboten.

Glück­licher­weise war ich da noch zu sehr geprägt von daheim, so dass ich leicht schock­iert ablehnte. Mit falschen Ausweisen gin­gen wir in Bars und tranken, und auch das Flirten kam nicht zu kurz. Zuhause hätte ich mich nie auf diese Leute ein­ge­lassen. Ich hatte eigentlich nie das Bedürf­nis viel zu trinken und Rauchen fand ich total hohl. Aber irgend­wie schien es mir hier nor­mal, bzw. aufre­gend anderes und deshalb richtig.

Meine jahre­lan­gen Überzeu­gun­gen lösten sich in Luft auf. Nach ein paar Wochen ging eines der Au-Pair Mäd­chen heim und für sie kam eine Neue. Wir haben uns sofort super ver­standen. Ihr Back­ground war ähn­lich wie meiner, aber sie liess sich nicht so schnell von anderen prä­gen. Ich habe ihr nie von meinen Partyaben­den erzählt und doch war ich auf ein­mal schock­iert über mein eigenes Han­deln. Jesus kan­nte ich damals noch nicht, aber doch war für mich sofort klar, dass ich diese schlechten Beziehun­gen abbrechen musste.

Heute bin ich mir sicher, dass Gott mich hier wun­der­bar bewahrt hat. Ich will gar nicht dran denken, auf was ich mich noch alles ein­ge­lassen hätte. Manche Men­schen ver­wirren unser Denken, wenn wir sie zu nahe an uns her­an­lassen oder zu viel Zeit mit ihnen ver­brin­gen; manch­mal ohne dass wir es bemerken. Oft sind es sogar Men­schen, die uns schon seit langem sehr nahe ste­hen. Andere bewirken allein durch ihre Gegen­wart, dass wir wieder klar sehen kön­nen. Genau zu Let­zteren möchte ich gehören. Han­sjörg hat es in seiner Predigt am Son­ntag folgender-massen zusam­menge­fasst: „Wer dich prägt und wen du prägst hat den grössten Ein­fluss darauf, zu was für einem Men­schen du dich entwick­elst. Bei­des liegt in deiner Hand.“

Mich hat der Son­ntag dazu motiviert, mein Beziehungsnetz zu über­denken und meine Agenda dementsprechend anzu­passen. Ich habe mich entschlossen eine Per­son zu sein, welche sich so viel wie möglich von Gott, seinem Wort und seinen Nach­fol­gern prä­gen lässt und dadurch selbst zur prä­gen­den Per­son wird; und zwar für Jünger und für die, die es durch meine Prä­gung und mein Geist geleit­etes Han­deln und Reden wer­den wollen.

Her­zlich

Anette Schütz

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